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Mein Name ist Günter, 44 Jahre alt. Ich bin verheiratet mit Renate. Wir haben einen Sohn Maximilian 8 Jahre alt.
Wir kauften uns ein älteres Reihenhaus ( 3 Etagen), sanierten und renovierten es von Grund auf zu unserem kleinen Schmuckstück. Ich war (bin es eigentlich so gut es geht immer noch) für die Erziehung unseres Sohnes Maximilian (Max) zuständig. Seit nun mehr 7 Jahren betreiben wir einen Onlineshop für Druckertinte. Meine Frau Renate sorgt für den Unterhalt. Dies funktionierte auch alles super bis zum Frühjahr 2005. Im März 2005
bekam ich plötzlich Schmerzen in Brust, Schulter und im rechten Arm bis
zu den Fingerspitzen. Es folgten unzählige Arzttermine, die anfangs zu
keinem Ergebnis führten, aber die Schmerzen wurden immer stärker und
mit der Zeit unerträglich. Im Juli 2005 (freitags) wurde ein CT gemacht, dort teilte uns die Ärztin mit, das da etwas sei, aber auf dem CT konnte man es nicht richtig erkennen. Es mußte ein MRT gemacht werden. Die Ärzte versuchten noch an diesem Freitag oder Samstag einen Termin zu bekommen. Aber das klappte leider oder auch zum Glück nicht. Weil wir Montag drauf in Urlaub (Griechenland Insel Samos, Ireon) fliegen wollte und so wäre dieser Urlaub vielleicht schon verdorben gewesen. Für den Urlaub bekam ich schon die ersten sehr starken Schmerzmittel, die aber auch nicht immer geholfen haben. Direkt nach dem Urlaub hatte ich einen Termin für MRT. Dann das niederschmetternde Ergebnis, Lungen-Bronchial-Karzinom ( Pancoast-Tumor). Es folgten wieder Tage und Wochen mit warten, da für die Ärzte nicht klar war ob eine Operation möglich und erfolgreich sein würde. Am 10.08.05 wurde mir dann in einer über 6 stündigen Operation, der Tumor mit 3 Rippen und der rechte Lungenflügel entfernt. Nach Reha und Chemotherapie (die angeblich nur vorsorglich gemacht wurde) dachten wir alle jetzt geht es langsam aufwärts, auch die Ärzte machten uns Hoffnung. Aber weit gefehlt, genau 1 Jahr später, wieder starke Schmerzen (diesmal aber Brust, Schulter und im linkem Arm bis zu den Fingerspitzen) wieder viele Untersuchungen, von Tag zu Tag konnte ich weniger laufen, bis mein rechtes Bein vollends versagte. Es wurden 2 winzig kleine Tumore im Spinalkanal der Halswirbelsäule festgestellt, die auf den Gehnerv des rechten Beines drücken seither sitze ich mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl. Nach einem 4-wöchigen Krankenhaus-Aufenthalt war ich dann für 8 Wochen in einer Reha. Dort lernte ich zumindest wieder einige Meter an einem Rollator zu gehen. Anfangs waren die Tumore durch Bestrahlung geschrumpft und es ging mir auch eine Zeitlang einigermaßen gut, aber vor ca. 4 Wochen (Januar 2007) wurden festgestellt, das der Tumor wieder gewachsen ist und nicht operabel sei und nun ist die Aussicht auf Besserung nicht mehr gegeben... Nach diesem Ergebnis gibt es auch für mich keine Hoffnung mehr, den Rollstuhl jemals wieder verlassen zu können. Da dieses Schicksal vor 4 Jahren niemand ahnen konnte, ist unser ganzes Haus nicht behinderten- bzw. rollstuhlgerecht. Also ging die Rennerei los. Wie konnte ich denn nun den 1. Stock erreichen wo unser Schlafzimmer und auch unser Badezimmer sind. Unmöglich!! Wir beantragten bei der Krankenkasse ein Pflegebett, dass wir in unser Esszimmer stellen mussten. Dazu haben wir noch ein Scalamobil beantragt, mit dem mit meine Frau gemeinsam mit meinem Schwager (weil es zu gefährlich war auf unserer schmalen Treppe) wenigstens 2 mal in der Woche zum Baden in den 1. Stock bringen konnte. Das war aber jedes Mal eine Tortur für alle Beteiligten. Seit Mitte Dezember 2006 habe ich nun einen Treppenlift, mit dem komme ich in den 1. Stock. Wir haben uns noch einen 2. Rollstuhl angeschafft, damit ich auch alleine hochfahren kann. Seit dem schlafe ich wieder im 1. Stock, aber nicht in unserem alten Schlafzimmer, da ich nicht in unserem Ehebett liegen kann. Mein Pflegebett steht im Zimmer neben dran. Beim Waschen und Anziehen muss mir meine Frau helfen, da ich in meinen Bewegungen sehr eingeschränkt bin. In der Küche komme ich auch nirgends gescheit dran, weil ja nichts im Haus für so eine Situation gedacht war. Früher habe ich alles selbst gemacht, heute muß für alles jemanden bitten und das fällt mir noch immer sehr schwer, zum Glück haben wir unsere Familie (Schwestern und Schwäger) und sehr nette und hilfsbereite Nachbarn und Freunde, die uns nach ihren Möglichkeiten unterstützen. Nun versuche ich soweit es geht noch alles zu regeln, solange ich es noch kann (leider kann ich nur noch ca. 30 – 60 min. sitzen). Letztes Jahr war ich ca. 7 Monate in Krankenhaus, Kur usw. Wer weiß wie es dieses Jahr wird. 2 Wochen Krankenhaus habe ich schon wieder hinter mir. |